Padel hat sich in Frankreich als eine der beliebtesten Schlägersportarten etabliert, angetrieben durch das rasante Wachstum der Spieler- und Anlagenzahlen. Hinter dieser positiven Entwicklung verbirgt sich jedoch eine immer wiederkehrende Beobachtung von Sportmedizinern: Verletzungen nehmen im Padelsport im gleichen Maße zu wie der Sport selbst.Waden, Achillessehnen, Ellbogen, Schultern und unterer Rücken gehören mittlerweile zu den am häufigsten betroffenen Bereichen bei Padelspielern, insbesondere bei Amateurspielern.

Anders als oft angenommen, sind diese Verletzungen nicht auf Pech oder einfach auf das Alter zurückzuführen. Sie entstehen meist durch vermeidbare Fehler im Trainingsmanagement, der Regeneration und der körperlichen Vorbereitung. Daher ist es für jeden, der sein Padelspiel verbessern möchte, entscheidend zu wissen, wie man Verletzungen vorbeugt. lange spielen, Fortschritte machen und ihre Gesundheit erhalten.

In dieser letzten Folge, die den Risiken des Padelsports gewidmet ist, blicken wir erneut auf das Thema zurück. fünf grundlegende Säulen der PräventionValidiert durch wissenschaftliche Literatur und Praxiserfahrung, um jedem Spieler zu helfen, ein nachhaltigeres, effektiveres und schmerzfreies Training aufzubauen.

1. Schrittweiser Fortschritt als Grundlage einer nachhaltigen Praxis

Eine zu rasche Steigerung des Spielumfangs oder der Spielintensität ist mittlerweile die Hauptursache für Verletzungen bei Padelspielern. Padel beansprucht die Sehnenstrukturen, insbesondere in Wade, Achillessehne, Ellbogen und Schulter, erheblich, da diese sich langsamer anpassen als Muskeln.

Die 10%-Regel für die wöchentliche Steigerung ist in der wissenschaftlichen Literatur mittlerweile weithin anerkannt. Sie besagt, dass die Spielzeit, die Anzahl der Spiele oder die Gesamtintensität von Woche zu Woche um nicht mehr als 10 % erhöht werden sollten. Diese Regel gilt auch für die Rückkehr zum Spielbetrieb nach einer Pause, selbst nach einer kurzen. Eine zu schnelle Rückkehr erhöht das Verletzungsrisiko in den folgenden Wochen deutlich.

Der Spaß und die Geselligkeit beim Padel-Spiel treiben die Spieler oft unbewusst über ihre Grenzen hinaus. Die ersten Anzeichen treten dann erst spät auf, wenn die Schmerzen bereits eingesetzt haben.

2. Regeneration, das unsichtbare Training des Padelspielers

Die Bedeutung der Regeneration wird von Amateurspielern nach wie vor unterschätzt, obwohl sie eine zentrale Rolle bei der Verletzungsprävention spielt. Sie ermöglicht es Muskeln, Sehnen und Bändern, die während des Spiels auftretenden Belastungen abzufedern.

Nach einem intensiven Spiel oder einer Spielserie ist gründliche Erholung unerlässlich. Schlaf ist dank der dadurch aktivierten hormonellen Mechanismen der wichtigste Faktor für die neuromuskuläre Regeneration. Schlafmangel stört die Gewebereparaturprozesse und verstärkt die zentrale Ermüdung.

Die richtige Steuerung des wöchentlichen Trainingspensums ist ebenfalls entscheidend. Zu viele Padel-Trainingseinheiten ohne Erholungsphasen führen zu Übertraining und chronischen Schmerzen. Hinzu kommt der Einfluss von Alkohol, dessen entzündungsfördernde und schlafstörende Wirkung mittlerweile gut dokumentiert ist.

3. Muskelkräftigung, eine unerlässliche Präventivmaßnahme

Padelspezifisches Krafttraining ist eine der effektivsten Methoden, um Verletzungen vorzubeugen, wird aber noch immer zu selten in den Trainingsplan der Spieler integriert. Zwei wöchentliche Trainingseinheiten sind ausreichend, wenn sie gezielt auf die Anforderungen des Sports abgestimmt sind.

Die Wadenmuskulatur spielt eine entscheidende Rolle bei Beschleunigung und Seitwärtsbewegungen. Eine Schwäche der Wadenmuskulatur steht in direktem Zusammenhang mit Muskel- und Sehnenverletzungen. Propriozeptives Sprunggelenkstraining reduziert das Risiko von Verstauchungen, die auf Kunstrasen häufig vorkommen, deutlich.

Eine starke Rumpfmuskulatur ist unerlässlich, um die Lendenwirbelsäule zu schützen, die durch wiederholte Rumpfdrehungen stark beansprucht wird. Fehlende Rumpfmuskulatur erhöht die Belastung der passiven Strukturen der Wirbelsäule und trägt so zur Entstehung von Rückenschmerzen bei. Auch die Schulterstabilität ist entscheidend, um die Rotatorenmanschette bei Schmetterbällen und Überkopfschlägen zu schützen.

Diese Arbeit muss funktional, fortschrittlich und auf die Bewegungen des Padelsports ausgerichtet bleiben.

4. Ausrüstung: Ein entscheidender, aber oft übersehener Faktor

Die Wahl der Ausrüstung beeinflusst direkt die mechanischen Belastungen des Körpers. Spezielle Padelschuhe ermöglichen sichere Seitwärtsbewegungen und reduzieren gleichzeitig die Belastung von Knöcheln, Knien und Sehnen.

Die Verwendung eines zu schweren oder zu steifen Schlägers erhöht die Übertragung von Vibrationen auf Unterarm und Schulter. Klinische Daten zeigen, dass ein Gewicht von unter 350 Gramm in Kombination mit moderater Steifigkeit und einer dem Spielniveau angepassten Balance das Risiko chronischer Schmerzen, insbesondere im Ellbogen, verringert.

5. Multisport – ein wertvoller Verbündeter für ein langes Leben

Ausschließliches Padelspielen kann zu muskulären Dysbalancen und übermäßiger Wiederholung derselben Belastungen führen. Spieler, die hingegen regelmäßig einer ergänzenden Sportart nachgehen, weisen im Jahresverlauf ein geringeres Verletzungsrisiko auf.

Badminton ist eine hervorragende Ergänzung und verbessert Koordination, Schulterbeweglichkeit und Sprungkraft. Cross-Training sorgt für allgemeine Kräftigung und verbesserte Rumpfstabilität. Sanfte Ausdauersportarten wie Radfahren oder Schwimmen fördern die aktive Regeneration, ohne die Gelenke zu belasten.

Abwechslungsreiche körperliche Aktivitäten verbessern die Anpassungsfähigkeit des Körpers und verringern das Risiko chronischer Verletzungen.

Was tun bei Schmerzen beim Padel?

Trotz Schmerzen weiterzuspielen ist nach wie vor ein häufiger Fehler. Anhaltende Schmerzen sind immer ein Warnsignal für Überlastung oder ein Ungleichgewicht im Bewegungsapparat. Wer trotz Schmerzen weiterspielt, erhöht das Risiko schwerer Verletzungen, erneuter Beschwerden und langfristiger Folgen.

Eine kurze Konsultation mit einem Arzt ermöglicht es, den zugrunde liegenden Mechanismus zu identifizieren und eine frühzeitige Behandlung einzuleiten, die oft einfacher und effektiver ist als eine späte Behandlung.

Padel ist eine besonders vielseitige, zugängliche und verbindende Sportart. Langfristiges Training erfordert jedoch ein umfassendes Verständnis der körperlichen Anforderungen. Erfolg auf dem Platz hängt weder von Glück noch von der Genetik ab, sondern von Wissen, Antizipation und konsequentem Training.

Allmählicher Fortschritt, Erholung, Muskelaufbau, geeignete Ausrüstung und Abwechslung bei den Aktivitäten bilden die Grundlage für ein intelligentes Padel-Training, das den Körper respektiert und die Freude am Spiel bewahrt.

Raphael Tournier

Physiotherapeut, Ausbildungsleiter am Vichy Physiotherapie-Ausbildungsinstitut, aber vor allem ein Padel-Fanatiker!

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