Der P1 Premier Padel Pretoria sorgt weiterhin für Turbulenzen in der Snooker-Weltrangliste. Nach dem frühen Ausscheiden von Coki Nieto und Jon Sanz in ihrem ersten Spiel trifft es nun auch das fünftplatzierte Doppel der Weltrangliste, Paquito Navarro und Martín Di Nenno, die das südafrikanische Turnier früher als erwartet verlassen müssen – nach einer Niederlage im Achtelfinale.

Ein Turnier, das Gewissheit bestraft

In über 1.300 Metern Höhe – ein Tourrekord – fliegen die Bälle schneller als irgendwo sonst, und die üblichen Bezugspunkte der weltbesten Paare sind nicht mehr gegeben. Solche atypischen Bedingungen gleichen die Wettbewerbsbedingungen tendenziell aus: Das Spieltempo erfordert eine technische und mentale Anpassung, die selbst Topspieler in nur wenigen Tagen kaum bewältigen können. Die Weltrangliste ist dann weniger wichtig als die Fähigkeit, sich an diese radikale Tempoveränderung anzupassen.

Genau das schien Navarro und Di Nenno gegen das deutlich niedriger platzierte Duo Álex Ruiz und Javi García Mora, die erst kürzlich ein Team gebildet hatten, behindert zu haben. Das Endergebnis von 6:7, 6:4, 6:3 für die Spanier spiegelt den Spielverlauf perfekt wider: Nachdem sie den ersten Satz im Tiebreak verloren hatten, drehten Ruiz und García Mora das Spiel und gewannen in drei Sätzen nach einem spektakulären, über zweieinviertel Stunden dauernden Kampf. Diese Leistung war umso bemerkenswerter für García Mora, der seit anderthalb Jahren nicht mehr in dieser Turnierphase stand.

Ein spannendes Spielende

Der Wendepunkt des Spiels war eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung: Ein Smash von Navarro wurde nach Netzberührung als regelwidrig gewertet, eine Entscheidung, die später per Videobeweis bestätigt wurde. Die unmittelbare Reaktion des Andalusiers auf den Schiedsrichter spiegelte die ganze Frustration wider, die sich in diesem ohnehin schon angespannten Match angestaut hatte. Die späteren Sieger nutzten dies aus, schafften umgehend ein Break und bauten ihre Führung aus.

Abgesehen von der Schiedsrichter-Episode hatte Navarro bereits früher im Spiel seinen Ärger über die Spielbedingungen nicht verheimlicht, die er für Padel, wie es üblicherweise gespielt wird, als schlecht geeignet empfand. Er bedauerte das Fehlen langer Ballwechsel oder eines Spiels von der Grundlinie.

Eine Ernüchterung, die Fragen aufwirft

Diese Niederlage verdeutlicht einen Trend, der sich im Verlauf des Turniers in Pretoria immer deutlicher abzeichnet: Auch die Topgesetzten sind nicht mehr immun. Für Navarro und Di Nenno wirft das Ausscheiden Fragen nach der Anpassungsfähigkeit eines Duos auf, das sich unter extremen Bedingungen bewährt hat. Andere Paare hingegen – wie Sanyo Gutiérrez und Juanlu Esbrí, die ebenfalls eine neue Partnerschaft eingingen und souverän in zwei Sätzen gewannen – scheinen sich im Gegenteil problemlos an die Bedingungen anzupassen.

Es bleibt abzuwarten, ob dieser Vorfall in Südafrika Auswirkungen über das Turnier hinaus haben wird oder ob es sich lediglich um einen Ausrutscher aufgrund außergewöhnlicher Umstände handeln wird.

Franck Binisti

Franck Binisti entdeckte Padel im Club des Pyramides im Jahr 2009 in der Region Paris. Seitdem ist Padel Teil seines Lebens. Man sieht ihn oft auf Tour durch Frankreich, um über große französische Padel-Events zu berichten.

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