Padel erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit bei Spielern, weit über seinen ursprünglichen Ursprung hinaus. Das jüngste Beispiel: Walid Acherchour, eine bekannte Medienfigur in der Fußballdebatte, Gast in der Sendung Auf der Rennstrecke mit WALID (4PADEL), gehostet von Jules Mary und Kauer.

Die am Fuße des Eiffelturms gedrehte Episode vereint ein ausführliches Interview, technische Diskussionen und Herausforderungen auf dem Spielfeld und bietet so ein differenziertes Porträt eines engagierten, autodidaktischen Praktikers, der sich seiner Grenzen bewusst ist.

Eine Stimme des Fußballs, eine globale Beziehung zu den Medien

Walid Acherchour präsentiert sich in erster Linie als Medienmann mit vielfältigen beruflichen Erfahrungen:

„Ich spreche über Fußball auf verschiedenen Plattformen, bei RMC, bei DAZN, bei YouTube. Heute ist alles rund um die Uhr präsent. Radio wird zu Video, und die Sendungen werden dann live auf TikTok, Instagram, überall übertragen.“

Obwohl er eine starke Präsenz in der Medienlandschaft anerkennt, relativiert er sie mit Humor:

„Wenn ich eine einflussreiche Stimme bin, dann deshalb, weil ich laut spreche.“

Doch beim Padel ändert sich der Diskurs. Es gibt kein Expertengehabe und auch keine automatische Übertragung des Medienstatus auf das Spielfeld:

„Um im Padel-Sport eine einflussreiche Stimme zu sein, müsste man zunächst Padel-Shows machen. Im Moment versuche ich vor allem, auf dem Platz Einfluss zu nehmen.“

Eine späte, aber intensive Entdeckung des Padel

Walid Acherchour entdeckte Padel im Jahr 2021 eher zufällig auf Initiative seines professionellen Umfelds. Der ehemalige Tennisspieler mit über dreißig Jahren Erfahrung brachte zwar eine solide Grundlage mit, jedoch keine spezifische Erfahrung.

Sehr schnell wird die Übung zur täglichen Routine:

„Wir haben jeden Tag gespielt. Wir kamen um 10 Uhr an und gingen um 14 oder 15 Uhr. Das haben wir anderthalb Jahre lang gemacht, komplett autodidaktisch.“

Ein Rhythmus, ermöglicht durch einen ungewöhnlichen Zeitplan, in dem Sport sowohl ein Raum der Entspannung als auch ein Ort des Austauschs wird:

„Wir haben gespielt, wir haben über Fußball gesprochen, wir sind essen gegangen. Das war unser Tag.“

Spielniveau: zwischen Ehrlichkeit und hohen Standards

Auf die Frage nach dem Niveau antwortet Walid Acherchour ohne zu zögern:

„Ich habe bereits einige P100-Rennen gewonnen und bin in einem P250-Rennen Fünfter geworden. Ich denke, ich kann in einem P250-Rennen die Gruppenphase überstehen und einige P100-Rennen gewinnen.“

Eine nüchterne Einschätzung, weit entfernt von der blumigen Rhetorik, die man oft in Amateurkreisen hört:

„Im Padel mangelt es oft an Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten. Die Leute denken immer, sie seien ein bisschen zu gut.“

Als engagierter Verteidiger und selbsternannter Rechtsaußen verdeutlicht er damit klar seine offensiven Schwächen:

„Ich bin ein guter Verteidiger, aber offensiv habe ich große Probleme. Ich kann keine Punkte erzielen.“

Arbeit, Fortschritt und Trainer

Walid Acherchour ist sich seiner Verbesserungspotenziale bewusst und hat deshalb kürzlich wieder eine strukturiertere Arbeitsroutine aufgenommen:

„Ich habe bei Manu Vives trainiert. Er hat mir sehr geholfen.“

Er betont die Wichtigkeit von betreuten Sitzungen, sowohl in technischer als auch in physischer Hinsicht:

„Mir gefallen die einstündigen oder anderthalbstündigen Kurse. So kann ich richtig trainieren und Fortschritte machen.“

Was bringt ihm Padel?

Abgesehen vom Spiel selbst ist es das gemeinsame Erlebnis, das so reizvoll ist:

„Der Spaß, das Zusammengehörigkeitsgefühl, die Tatsache, in Zweierteams zu spielen, den Ball oft zu berühren, lange Ballwechsel zu haben.“

Aber auch diese stillschweigende Anerkennung zwischen den Spielern:

„Wenn die Leute sagen: ‚Walid ist ein guter Spieler, er kocht gut‘, dann schmeichelt das natürlich seinem Ego ein wenig.“

Er vergleicht dieses System mit dem im Amateurfußball, wo Respekt auf dem Spielfeld entsteht.

Inspirationen und Vorbilder im Profibereich

Im Profibereich beobachtet Walid Acherchour hauptsächlich Rechtshänder:

„Chingotto hat mich beeindruckt. Defensiv ist er unglaublich.“

Sein Lieblingsspieler bleibt jedoch bestehen. Agustín Tapia, mit einem aufschlussreichen Vergleich:

„Tapia ist wie Messi. Man schaut ihm zu, versucht, es nachzumachen, und es gelingt einem nicht.“

Unter seinen Amateurpartnern und -gegnern sticht ein Name besonders hervor:

„Stephen Brun ist unspielbar. Als ehemaliger Basketballprofi verfügt er über unglaubliche Volleyfähigkeiten. Wenn er sich wirklich dem Padel-Tennis widmen würde, wäre er mit Leichtigkeit unter den Top 100.“

Er spricht auch über seine Erfahrungen mit Spielern, die seiner Meinung nach schneller Fortschritte machten als er selbst – ein Beweis dafür, dass Demut in seiner Spielweise unerlässlich bleibt.

Franck Binisti

Franck Binisti entdeckte Padel im Club des Pyramides im Jahr 2009 in der Region Paris. Seitdem ist Padel Teil seines Lebens. Man sieht ihn oft auf Tour durch Frankreich, um über große französische Padel-Events zu berichten.