Das Duo Yoan Boronad und Timéo Fonteny verließ den Platz nach ihrer Niederlage gegen Álex Chozas und Tino Libaak sichtlich frustriert. Am folgenden Tag bot das Achtelfinalspiel zwischen den Argentiniern und Franco Stupaczuk und Mike Yanguas eine wahre taktische Meisterleistung. Beide Partien erzählen letztlich dieselbe Geschichte: Gegen Libaak und Chozas kommt es auf die Details an.

„Ich habe den Eindruck, dass es ausschließlich von ihnen abhängt.“

Beim Seitenwechsel brachte Yoan Boronads Kommentar die Stimmung, die das Spiel hinterließ, perfekt auf den Punkt:

„Ich habe keine Lösung; ich habe das Gefühl, es hängt völlig von ihnen ab.“

Dieser Eindruck war verständlich, angesichts dessen, wie sehr die Argentinier das Spieltempo zu diktieren schienen. Die Reaktion ihres Trainers Yannick Morel war jedoch besonders treffend:

„Wir werden uns auf die positiven Aspekte und das, was funktioniert, konzentrieren. Wir kämpfen in allen Spielen.“"

Das Ergebnis des ersten Satzes (6:0) mag auf eine klare Dominanz hindeuten. Die Realität auf dem Platz sah jedoch ganz anders aus.

Ein 6:0... das aber nicht die ganze Geschichte des Spiels erzählt.

Trotz dieser deutlichen 0:6-Niederlage erzielten Boronad und Fonteny zwei Sternpunkte und mehrere Spiele gingen an sie.

Jedes Mal verlief die Partie gleich: Die Franzosen leisteten hervorragende Verteidigung, wehrten mehrere Angriffe ab und zwangen ihre Gegner zu einem zusätzlichen Zug. Doch dieser zusätzliche Zug entschied fast immer zugunsten von Libaak und Chozas.

Diese Fähigkeit, den Druck so lange aufrechtzuerhalten, bis der Gegner einen Fehler provoziert, ist zu einer der Hauptwaffen des argentinischen Duos geworden.

Warum Stupaczuk und Yanguas den Schlüssel fanden

Das Achtelfinale zeigte jedoch, dass es noch einen anderen Weg gab, diese Herausforderung anzugehen.

Im Gegensatz zu den Franzosen versuchten Stupaczuk und Yanguas nie systematisch, das Spiel zu beschleunigen. Sie akzeptierten lange Ballwechsel, selbst wenn sie selbst in einer offensiven Position waren.

Anstatt den Punkt schnell beenden zu wollen, nahmen sie sich die Zeit, das Spiel aufzubauen, den Ball zu verteilen und die Flugbahnen zu variieren.

Die vielen  winzig Die Tempowechsel und die langsameren Bälle nahmen Libaak und Chozas nach und nach die Geschwindigkeit, die ihnen so gut liegt. Dadurch hatten Stupaczuk und Yanguas die Möglichkeit, plötzlich zu beschleunigen, und nicht umgekehrt.

Neutralisiere die Vibration, bevor sie entsteht

Ein technisches Detail stach während dieses Spiels besonders hervor.

Franco Stupaczuk entschied sich mehrmals dafür, Chozas' Angriffe direkt mit Halbvolley-Schüssen zu kontern.

Das Ziel war klar: den Argentinier daran zu hindern, nach dem Schuss seinen Vibro-Angriff aufzubauen und den Angriffsablauf sofort zu unterbrechen. Ihn daran zu hindern, Spielzüge zu kreieren, sollte verhindert werden, denn, wie Yannick Morel auf der Bank betonte: „A. Chozas ist ein Spielmacher.“

Diese Art von Anpassung verdeutlicht perfekt das taktische Lesevermögen der weltbesten Paare: Es geht nicht mehr nur darum, einen Angriff abzuwehren, sondern darum, den Gegner daran zu hindern, sein bevorzugtes Spielmuster zu entwickeln.

Entscheidende Momente formen großartige Teams

Ein weiterer wesentlicher Unterschied: der Umgang mit wichtigen Punkten.

Beim Stand von 3:1 im ersten Satz unterliefen Stupaczuk und Yanguas zwei Fehler in Folge. Viele Teams hätten unter diesem Druck ihre Führung verspielen können.

Im Gegenteil, sie bleiben völlig klar im Kopf und halten letztendlich ihren Vorsprung, sodass sie mit 4:1 in Führung gehen.

Das gleiche Szenario wiederholte sich im zweiten Satz. Obwohl sie das Spiel scheinbar im Griff hatten und einen Break hinnehmen mussten, gerieten sie nicht in Panik, sondern kämpften sich sofort zurück ins Spiel und schafften beim Stand von 4:3 das Rebreak.

Die Fähigkeit, trotz Schwierigkeiten am Spielplan festzuhalten, war zweifellos der größte Unterschied zwischen den beiden Mannschaften.

Wenn die Geduld des Gegners schließlich nachlässt

Das letzte Spiel glich fast einer Niederlage. Die letzten vier Punkte gewannen Stupaczuk und Yanguas… ohne einen außergewöhnlichen Siegtreffer erzielen zu müssen.

Sie profitieren schlichtweg von vier unnötigen Fehlern von Libaak und Chozas.

Ein aufschlussreiches Fazit: Die Spanier weigerten sich, sich dem von den Argentiniern vorgegebenen Rhythmus anzupassen. Durch Variationen, Geduld und strukturierte Spielzüge gelang es ihnen schließlich, das Kräfteverhältnis umzukehren.

Wo Boronad und Fonteny oft gezwungen waren, bis zum Zusammenbruch zu verteidigen, brachten Yanguas und Stupaczuk ihre Gegner allmählich in die gleiche Lage.

Schließlich ist Yannick Morels Aussage absolut einleuchtend:  Der Kampf war von der ersten Runde an da, aber gegen ein Duo vom Kaliber eines Libaak und eines Chozas entscheiden letztendlich die Details. Das Halbfinale hat deutlich gezeigt, wie die besten Teams diese Details in einen entscheidenden Vorteil verwandeln. 

Antoine Tricolet

Ich habe das entdeckt Padel Ich bin zufällig auf einem Campingplatz in Spanien gelandet. Ich war sofort begeistert; meine Leidenschaft gilt dem Padel, und ich verfolge internationale und regionale Neuigkeiten mit der gleichen Begeisterung wie den Sport selbst.