Nach ihrem Ausscheiden in der Runde der letzten 32 des P2-Turniers in Bordeaux zusammen mit Lucía Sainz blickte Jana Montes auf einen der prägendsten Momente des Tages zurück. Nach ihrer heftigen Reaktion auf eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung räumte die Spanierin ihren Fehler ein und kritisierte gleichzeitig die Grenzen des Videobeweises. Premier Padel. 

Ein Matchball, der das Spiel wendet

Das Duell zwischen  Jana Montes / Lucía Sainz  et  Alix Collombon / Ksenia Sharifova  Das Turnier hielt, was es versprach. Nach zwei geteilten ersten Sätzen entschied ein atemberaubender dritter Satz über den Sieg, der schließlich im Tiebreak zugunsten des französisch-russischen Paares (6:2, 5:7, 7:6) entschieden wurde.

Doch nur Augenblicke zuvor hatte eine Aktion den Spielverlauf völlig verändert.

Beim Stand von 5:4 im dritten Satz hatten Montes und Sainz einen Matchball. Während eines Abwehrballs von Lucía Sainz entschieden die spanischen Spielerinnen, dass der Ball zuerst den Boden berührt hatte, bevor er den Zaun überquerte.  Collombon und Sharifova rufen den Ball aus. Der Schiedsrichter bestätigt diese Entscheidung.

Das Problem? Dem spanischen Paar stand kein Videoantrag mehr zur Verfügung, und somit konnten sie die Entscheidung nicht mehr anfechten.

Statt das Match für sich zu entscheiden, mussten Montes und Sainz mitansehen, wie ihre Gegner zurückkamen, mehrere Matchbälle abwehrten und schließlich im entscheidenden Tiebreak die Oberhand behielten.

Ein hitziger Wutausbruch auf dem Platz

Sichtlich verärgert wandte sich Jana Montes sofort an den Stuhlschiedsrichter, um die Entscheidung anzufechten. Die Kameras fingen ihre Verwirrung ein.

„So eine Entscheidung beim Matchball zu treffen? Was kann man von hier aus schon sehen? Das ist unmöglich. Ich hoffe, Sie werden genauso bestraft wie wir.“

Die Spanierin wandte sich auch an Alix Collombon und wiederholte:

„Du weißt, dass der Schuss gut war. Das weißt du.“

Ein weiteres Bild, das für Aufsehen sorgte: Nach dem Spiel verließ Montes den Platz, ohne seine Gegner am Netz zu grüßen – eine Szene, die in den sozialen Medien weite Verbreitung fand.

Entschuldigung… aber auch Kritik am System

Vierundzwanzig Stunden später veröffentlichte die Spielerin von Girona eine Entschuldigung und räumte ein, dass ihre Reaktion über das hinausgegangen war, was sie eigentlich gemeint hatte.

„Als Erstes möchte ich mich für meine Reaktion nach dem Spiel entschuldigen. Ich bin nicht stolz darauf, das Spielfeld verlassen zu haben, ohne meine Gegner zu würdigen. Es waren Momente großer Anspannung und Frustration, aber das rechtfertigt nicht mein Verhalten.“

Jana Montes ist jedoch der Ansicht, dass der Schiedsrichter bei einer so entscheidenden Aktion die ihm zur Verfügung stehenden Mittel hätte nutzen sollen.

„Bei einem so wichtigen Matchball hätte ich mir gewünscht, dass der Schiedsrichter sich seiner Entscheidung sicher gewesen wäre. Die Regeln erlauben ihm, eine Videoüberprüfung anzufordern, wenn er keine klare Sicht auf das Spielgeschehen hat. In einer solchen Situation, mit einem Matchball für uns, wäre das die fairste Entscheidung gewesen. Ich denke, das Ergebnis hätte anders ausfallen können.“

Die Schiedsgerichtsbarkeit bleibt ein zentraler Bestandteil der Diskussionen.

Diese neue Kontroverse ereignet sich nur wenige Tage nach dem Vorfall von  Valladolid P2 wo eine Entscheidung im Zusammenhang mit der Verwendung von Video bereits zahlreiche Reaktionen ausgelöst hatte.

Während des Halbfinals zwischen  Giulia Dal Pozzo  et  Nuria Rodríguez Der Antrag auf Videobeweis wurde vom Schiedsrichter abgelehnt, der der Ansicht war, dass Dal Pozzo den Schlagabtausch nach der strittigen Aktion fortgesetzt hatte, was nach seiner Auslegung der Regeln eine Überprüfung ausschloss.

Die beiden Situationen unterscheiden sich aus regulatorischer Sicht, tragen aber beide zur selben Diskussion bei:  Die Funktionsweise des Videosystems und dessen Anwendung durch die Schiedsrichter werden weiterhin diskutiert. Premier Padel .

Innerhalb einer Woche haben zwei Entscheidungen, die in entscheidenden Momenten getroffen wurden, bei Spielern und Beobachtern gleichermaßen die Frage nach den aktuellen Grenzen des Videobeweisprotokolls neu entfacht.

Maceo ZERHAT

Maceo Zerhat entdeckte Padel im Jahr 2020 in Savigny-sur-Clairis in Burgund. Er trug zur Expansion des Clubs bei, indem er seine Energie und Neugierde einbrachte. Padel Magazineer übermittelt seine Padel"Mania", indem Sie geschickt auf die neuesten Nachrichten über Ihren Lieblingssport aufspringen!