Im Fußball wurden die Schiedsrichtermethoden geändert. Warum nicht auch im Padel?  In den letzten Saisons haben Fußballschiedsrichter einen neuen Reflex entwickelt: Wenn eine Situation strittig ist, insbesondere bei einer sehr knappen Abseitsentscheidung,  Die Handlung soll bis zu ihrem Ende fortgesetzt werden. Wenn ein Tor erzielt wird,  VAR  Dann greift sie ein, um die Entscheidung zu bestätigen oder aufzuheben. Diese Vorgehensweise verhindert, dass eine Chance durch einen möglichen Fehler verspielt wird.

Was wäre, wenn diese Logik Padel inspiriert hätte?

Foxtenn, eine vorhergesagte Revolution

Ende 2022 wird die  World Padel Tour  wurde mit großem Tamtam die Ankunft von  Fuchstenn Eine Schiedsrichtertechnologie, die bereits in anderen Schlägersportarten eingesetzt wird. Dank ultraschneller Kameras und eines Lasersystems war das Ziel klar: maximale Präzision bei strittigen Bällen zu gewährleisten und menschliche Fehler zu minimieren.

Der Anspruch war verlockend. Der professionelle Padel hätte endlich ein echtes Entscheidungsinstrument.

Eine Technologie, die nie wirklich überzeugt hat

Doch einige Monate später tauchten die ersten Kritiken auf.

Mehrere Spieler stellen einige der von Foxtenn getroffenen Entscheidungen in Frage. Das Problem scheint weniger in der Genauigkeit der Technologie zu liegen als vielmehr in ihrer Anpassung an die spezifischen Eigenschaften des Padelsports: Abpraller von den Glaswänden, bestimmte Winkel, komplexe Flugbahnen oder auch das Erfassen bestimmter Spielphasen.

Die Debatte gewann schnell an Dynamik und mit dem Verschwinden des World Padel Tour zugunsten von Premier PadelAuch Foxtenn verschwindet von der Profibühne.

Heutzutage stützen sich große Wettbewerbe hauptsächlich auf klassische Video-Wiederholungen, die von den Schiedsrichtern interpretiert werden.

Lag Foxtenn wirklich am Problem?

Im Nachhinein betrachtet, verdient diese Frage Beachtung.

Was wäre, wenn Padel diese Technologie zu schnell aufgeben würde?

Seit 2023 haben sich Videoanalysetools erheblich weiterentwickelt. Künstliche Intelligenz, Hochgeschwindigkeitskameras und Bildverarbeitungssysteme sind weitaus leistungsfähiger als noch vor wenigen Jahren.

Aber am wichtigsten ist vielleicht, dass der eigentliche Fehler nicht in der Technologie selbst lag…

Monitor in der Übertragungskabine mit Darstellung eines Padel-Courts mit IN- und OUT-Markierungen; beschriftetes Mikrofon World Padel Tour und ein Tablet im Vordergrund.

Lass dich eher vom Fußball als vom Tennis inspirieren.

Der Fußball liefert heute eine interessante Antwort.

Wenn ein Linienrichter Zweifel an einer Abseitsstellung hat,  hisst seine Flagge nicht mehr sofort Er lässt die Dinge ihren Lauf nehmen. Erst dann greift das Video ein.

Warum nicht ein System ähnlich dem Padel vorstellen?

Wenn ein Ball scheinbar das Glas vor dem Boden berührt hat, wenn ein Doppelaufprall unklar ist, wenn ein Ball nahe der Linie sofort Kontroversen auslöst, könnte der Schiedsrichter einfach  Lass den Punkt zu Ende gehen .

Sobald der Wortwechsel beendet ist, würde das Video – oder eine Technologie wie Foxtenn – lediglich die strittige Tatsache bestätigen.

Ein spektakulärer Austausch würde somit nicht mehr vorzeitig durch eine Entscheidung unterbrochen, die sich im Nachhinein als falsch erweisen könnte.

Eine natürlichere Entwicklung, als es scheint

Padel ist ein spektakulärer Sport. Ballwechsel dauern manchmal länger als zwei Minuten, und es ist immer frustrierend, wenn ein Punkt aufgrund einer strittigen Entscheidung abgebrochen wird, obwohl eine Überprüfung wenige Sekunden später möglich gewesen wäre.

Das würde natürlich nicht bedeuten, jede einzelne Spielsituation zu überprüfen. Wie im Fußball könnte diese Möglichkeit Situationen vorbehalten bleiben, in denen der Schiedsrichter echte Zweifel hat, oder sogar auf eine begrenzte Anzahl von Überprüfungsanträgen pro Team beschränkt sein.

Ziel wäre es nicht, das Spiel zu verlangsamen, sondern vielmehr das Spektakel zu erhalten und gleichzeitig die Glaubwürdigkeit der Entscheidungen zu stärken.

Mehr als nur ein Comeback von Foxtenn, eine neue Philosophie

Letztlich geht die Debatte weit über das Thema Foxtenn hinaus.

Die eigentliche Frage lautet vielleicht:  Sollte Padel weiterhin strittige Punkte sofort unterbrechen, oder kann der Sport eine Philosophie verfolgen, das Spiel erst weiterlaufen zu lassen, bevor man nachfragt? 

Der Fußball hat sein Schiedsrichterwesen dank dieses Ansatzes grundlegend verändert. Es gibt keinen Grund, warum Padel dieses Modell kopieren sollte. Doch in einer Zeit, in der Technologie im Spitzensport eine immer wichtigere Rolle spielt, ist diese Frage durchaus berechtigt.

Und Sie, wären Sie für ein Schiedsverfahren, bei dem der Punkt zuerst beendet werden darf, bevor die Videoüberprüfung zum Einsatz kommt?

Wenn Sie es veröffentlichen möchten auf Padel MagazineIch kann dem Ganzen auch eine journalistischere Note verleihen, indem ich mehr historische Bezüge (Daten, Turniere, Spielerreaktionen aus der Foxtenn-Ära und Zitate) einbaue, um daraus einen echten analytischen Artikel zu machen.

Franck Binisti

Franck Binisti entdeckte Padel im Club des Pyramides im Jahr 2009 in der Region Paris. Seitdem ist Padel Teil seines Lebens. Man sieht ihn oft auf Tour durch Frankreich, um über große französische Padel-Events zu berichten.