Die bloße Teilnahme an Turnieren reicht nicht aus, um die Spitze der Weltrangliste zu erreichen. Das Beispiel von Antoine Nicoli, Autor von 171 Padel-Turniere in einer einzigen SaisonDies verdeutlicht diese Realität perfekt. Trotz massiver Investitionen und einer durchaus respektablen Platzierung bleibt es weit davon entfernt französische Top 1000Diese Situation verdeutlicht, dass der Fortschritt im Padel nicht allein von der Anzahl der Wettkämpfe abhängt.

In den letzten Tagen äußerten viele Leser den Eindruck, dass das aktuelle System die Turniersammlung möglicherweise zu stark gewichtet und dabei die Leistung vernachlässigt. Der immer wiederkehrende Gedanke lautet: Einführung eines Elements der „leistungsorientierten Meritokratie“, ähnlich wie es früher im Tennis üblich war.

Leistung, Rückschläge… und Risikobereitschaft

Im alten FFT-Tennissystem beeinflussten gute und schlechte Leistungen die Weltrangliste. Ein Spieler, der gegen einen stärkeren Gegner gewann, stieg weiter auf, während ein Spieler, der gegen einen schwächeren verlor, benachteiligt wurde. Viele Spieler glauben, dass ein ähnlicher Mechanismus die „überbewerteten“ Weltranglistenplätze, die allein durch die Anzahl der Spiele erreicht werden, begrenzen könnte.

Die Argumentation ist eindeutig:
„Ein Spieler, der 150 Turniere pro Jahr bestreitet, aber nicht unter die Top 2000 kommt, muss regelmäßig verloren haben. Diese Niederlagen sollten zählen.“

Dieser Ansatz würde ein Konzept der Risikobereitschaft einführen: Wenn ein Spieler höher eingestuft wird als sein tatsächliches Niveau, wäre er automatisch Ergebnissen ausgesetzt, die seine Rangliste verändern würden.

Die aktuelle FFT-Methode: einfach, leicht verständlich… und freiwillig

Bereits 2024, Padel Magazine erwähnte die Möglichkeit, eine Dosis des Systems einzuführen ELO innerhalb der FFT-Methode, ohne die bestehende Struktur in Frage zu stellen. Das vom Verband implementierte Rangsystem hat einen entscheidenden Vorteil: Einfachheit.
Es fördert auch die Teilnahme: Die Spieler können sich im Wettbewerb messen, ohne Angst vor „Punkteverlusten“ haben zu müssen, was eine abschreckende Wirkung hätte.

In einer Sportart, in der der Wettbewerb eine der treibenden Kräfte der Entwicklung ist, bleibt dieser Aspekt von entscheidender Bedeutung.

Padel, ein Sport für zwei… ein oft übersehenes Element

Selbst wenn einige Spieler höher eingestuft zu sein scheinen, als es ihrem tatsächlichen Niveau entspricht, hat diese Situation eine direkte Konsequenz:
Es wird schwieriger, einen Partner mit dem gleichen Rang zu finden..

Ein überschätzter Spieler zieht naturgemäß weniger Gegner an: Er ist gezwungen, mit Spielern zu spielen, die bereit sind, sich seinem Team anzuschließen. Langfristig verringert dies auf natürliche Weise die Diskrepanz zwischen theoretischer Rangliste und tatsächlichem Können. Ein impliziter Mechanismus, der mit dem kollektiven Charakter des Padelsports zusammenhängt.

Der Fall Antoine Nicoli: ein Beispiel, aber kein Problem

Die eigentliche Frage ist nicht, ob Antoine niedriger eingestuft werden sollte. Er spielt viel, er spielt mit Leidenschaft und er geht – rein statistisch gesehen – mehr Risiken ein als der Durchschnitt. Es ist eine persönliche Herangehensweise, die ihn tatsächlich anfälliger für Rückschläge machen kann. Das allein rechtfertigt aber keine Systemreform.

Denn die Angelegenheit geht weit über seinen Fall hinaus: Sie betrifft alle Wettbewerber.

Sollen wir zum alten Tennissystem zurückkehren?

Für viele Beobachter ist die Antwort einfach: liefert nicht.

Die Rückkehr zu einem System, das mitunter – zu Recht oder zu Unrecht – als strafend empfunden wird, stünde im Widerspruch zur aktuellen Philosophie: die Förderung des Zugangs zum Wettbewerb und die Aufrechterhaltung einer positiven Dynamik innerhalb der Vereine. Der französische Fußballverband (FFT) wünschte sich einen klaren, zugänglichen Rahmen, der den Wünschen der Spieler entspricht.

Hin zu einer Mischung aus Lautstärke und ELO? Möglich, aber keine Priorität.

Eine Kombination aus dem ELO-Wertungssystem und der aktuellen Methode erscheint theoretisch machbar. Es gibt jedoch keine Anzeichen dafür, dass dies für die FFT Priorität hat.
Ist es außerdem wirklich notwendig, etwas zu ändern? Viele glauben, dass das System, auch wenn es nicht perfekt ist, einen echten Gesamtzusammenhang bewahrt.

Wie so oft hängt die Antwort von der eigenen Gemütsverfassung ab:
Manche plädieren für einen volumenbasierten Ansatz, andere bevorzugen ein Ranking, das stärker auf die reine Leistung eingeht. Doch keine Methode ist perfekt.

Franck Binisti

Franck Binisti entdeckte Padel im Club des Pyramides im Jahr 2009 in der Region Paris. Seitdem ist Padel Teil seines Lebens. Man sieht ihn oft auf Tour durch Frankreich, um über große französische Padel-Events zu berichten.

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