Diese Frage ist berechtigt. Zwar finden in Frankreich jährlich mehrere FIP-Tour-Turniere statt, doch einige Beobachter bezweifeln die Sinnhaftigkeit, wichtige nationale Wettbewerbe wie die P1000 oder P1500 parallel dazu auszutragen.

Warum entbrennt diese Debatte gerade jetzt? Ganz einfach, weil sich eine Beobachtung immer wieder bestätigt: Mehrere Spieler aus den französischen Top 50/100 ziehen es manchmal vor, an einem P1000- oder P1500-Turnier teilzunehmen, anstatt an einem in Frankreich organisierten FIP-Tour-Turnier mitzuwirken.

Es geht hier natürlich nicht darum, diese Entscheidung zu kritisieren. Jeder Spieler gestaltet seine Karriere nach seinen eigenen Zielen. Doch diese Situation wirft Fragen zum Verhältnis zwischen dem nationalen Wettbewerb und den in Frankreich ausgetragenen internationalen Wettbewerben auf.

Sollten P1000- und P1500-Turniere vermieden werden, wenn ein FIP-Turnier in Frankreich veranstaltet wird?

Eine Änderung im Zeitplan, die alles verändert

Lange Zeit begannen die FIP-Tour-Turniere in der Regel zu Beginn der Woche. Qualifikationsrunden wurden oft schon am Montag oder Dienstag ausgetragen, was Überschneidungen mit nationalen Wettbewerben am Wochenende natürlich minimierte.

Tatsächlich lagen die französischen Spieler schon lange vor dem Wochenende zurück. Das bedeutete, dass sie anschließend an einem FIP-Tour-Event und danach an einem nationalen Turnier teilnehmen konnten.

Das Modell entwickelt sich jedoch weiter.

Das Beispiel des FIP-Silber-Turniers in Bandol verdeutlicht diese neue Realität perfekt. Für viele Spieler beginnt das eigentliche Geschehen erst am späten Freitagnachmittag. Unter diesen Umständen fällt die Entscheidung zwischen einem nationalen und einem internationalen Turnier deutlich leichter.

Und offensichtlich ist die Entscheidung für einige französische Spieler schnell gefallen.

Die französische Rangliste als Priorität

Der Grund dafür ist relativ einfach: Sportliche Ziele sind nicht für jeden gleich.

Viele französische Spieler streben in erster Linie eine Verbesserung ihrer nationalen Platzierung an. In diesem Zusammenhang kann ein gutes Ergebnis bei einem P1000- oder P1500-Turnier wertvoller sein als die Teilnahme an einem FIP-Turnier, bei dem die vergebenen Punkte hauptsächlich in die Weltrangliste einfließen.

Nochmals, es geht hier nicht darum, diese Strategie zu bewerten. Sie folgt einer vollkommen rationalen Logik.

Für einen Spieler, dessen Ziel es ist, sich den besten französischen Spielern anzuschließen oder seinen Platz unter ihnen zu festigen, stellt die nationale Tournee manchmal eine lohnendere Investition dar als die internationale Tournee.

Indirekte Auswirkungen auf französische FIPs

Die Frage lautet dann: Schaffen wir durch die parallele Durchführung von P1000- und P1500-Turnieren und einem in Frankreich organisierten FIP-Turnier nicht einen direkten Wettbewerb zwischen zwei Wettbewerben, die letztendlich teilweise dieselben Spieler ansprechen?

In vielen europäischen Ländern ziehen die im Inland ausgetragenen FIP-Turniere in der Regel einen Großteil der lokalen Elite an. Dies gilt insbesondere für Belgien, Schweden und einige andere Entwicklungsländer.

In Frankreich stellt sich die Situation mitunter anders dar.

Die Vielzahl nationaler Wettbewerbe trägt zwar nicht allein zur Zersplitterung der Teams bei, scheint aber dennoch eine Rolle zu spielen.

Natürlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Die neuen FIP-Regeln, die Anmeldegebühren sowie die Reise- und Unterkunftskosten stellen ebenfalls Hürden für die Spieler dar.

Ein Thema, das bereits von Mickaël Grenier, dem Präsidenten von Réunion, angesprochen wurde. Padel Club und Gründer des FIP Silver RPC, der die Einschränkungen aufzeigte, mit denen französische Wettkämpfer und Organisatoren konfrontiert sind.

Wie lassen sich Terminkonflikte vermeiden?

Eine mögliche Lösung wäre, die Organisation großer nationaler Wettbewerbe in den Wochen einzuschränken, in denen ein FIP-Turnier in Frankreich stattfindet.

Ohne unbedingt alle Turniere abzusagen, denken manche beispielsweise an eine Begrenzung auf maximal 2 P1000-Turniere in dem Gebiet oder sogar an den Verzicht auf P1000/P1500-Turniere während dieser Zeiträume.

Ziel wäre es, die Attraktivität französischer internationaler Wettbewerbe zu steigern und die Teilnahme der besten nationalen Spieler zu fördern.

„Wir lassen eine FIP und eine P1000 gegeneinander antreten.“

Für die Organisatoren internationaler Turniere ist das Problem sehr real.

Für die FIP Silver Narbonne, den Präsidenten des Sets Padel Auch Narbonne, Théo Barthe, beobachtet diese Situation:

„Manchmal sehen wir gute französische Spieler abwandern, wenn sie sich zwischen einem nationalen Turnier und einem FIP-Turnier entscheiden müssen. Leider ziehen es einige aus Gründen der Weltrangliste vor, an P1000-Turnieren teilzunehmen. Dadurch entsteht in der Praxis ein Wettbewerb zwischen einem FIP-Tour-Turnier und einem P1000-Turnier. Meiner Meinung nach ist das bedauerlich für die Spieler, für den Veranstalter und letztendlich auch für den französischen Tennisverband (FFT), der ebenfalls Partner der in Frankreich ausgetragenen internationalen Turniere ist.“

Eine offene Debatte

In dieser Phase geht es nicht darum, eine endgültige Antwort zu geben.

Sollten die in Frankreich organisierten FIP-Tour-Turniere mehr Schutz erhalten, um sie zu echten nationalen Veranstaltungen zu machen?

Oder sollten wir davon ausgehen, dass ein FIP-Turnier ein internationaler Wettbewerb wie jeder andere bleibt, genau wie eine Veranstaltung, die in Spanien, Italien oder anderswo organisiert wird, und den Spielern die Freiheit lassen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, ohne den Kalender zu ändern?

Eines ist sicher: Angesichts der zunehmenden Anzahl von FIP-Turnieren in Frankreich und der Verdichtung des nationalen Turnierkalenders wird diese Frage in Diskussionen über den französischen Padel immer häufiger auftauchen.

Franck Binisti

Franck Binisti entdeckte Padel im Club des Pyramides im Jahr 2009 in der Region Paris. Seitdem ist Padel Teil seines Lebens. Man sieht ihn oft auf Tour durch Frankreich, um über große französische Padel-Events zu berichten.

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