Es dauerte nur einen Augenblick. Ein Break im zweiten Satz genügte, um das Blatt in einem Halbfinale zu wenden, das nach einem erbitterten Kampf aussah. In Miami stürzte Juan Lebrón, zusammen mit Leo Augsburger, innerhalb weniger Spiele von einem sehr hohen Spielniveau zu einem völligen Kontrollverlust ab.

 Ein kontrollierter Beginn des Spiels gegen Tapia/Coello 

Über eineinhalb Sätze hinweg zeigte das Duo Augsburger/Lebrón, dass es mit den Besten mithalten kann.

Im Duell mit Arturo Coello und Agustín Tapia gaben die beiden Spieler ihren Rhythmus vor, dominierten die Ballwechsel und setzten einen ungewöhnlich zurückhaltenden Coello unter Druck.

Die Beobachtung ist eindeutig:

Das Niveau ist da, und diese Partnerschaft kann jedem Paar auf der Tour Sorgen bereiten.

 Der Wendepunkt: dieser Bruch, der alles verändert 

Doch dann wendet sich das Blatt abrupt.

Im zweiten Satz wirkte ein kassiertes Break als Auslöser… allerdings auf die falsche Art und Weise.

Im Gegensatz dazu gewinnt Coello an Dynamik und findet immer mehr Lösungen auf der Diagonalen.

Aber am wichtigsten ist, dass auf Lebróns Seite das Niveau plötzlich sinkt.

Was anfangs wie eine Demonstration aussah, entwickelte sich allmählich zu einem mentalen und technischen Schiffbruch.

 Ein Lebron in völliger Verwirrung 

Im Verlauf der Spiele verschwindet Juan Lebrón.

Immer weniger präsent, immer weniger klar im Kopf, bricht er nach und nach den Kontakt zu seinem Partner ab.

Leo Augsburger, der bis dahin ein zuverlässiger Mann gewesen war, findet sich nun isoliert wieder.

Das Ende des Spiels gestaltet sich schwierig:

  • verpasste Schmetterbälle
  • misslungene Finten
  • ungefähre Auswahlmöglichkeiten

Angesichts dieser Situation geraten Tapia/Coello nicht in Panik.

Selbst als sie klar unterlegen waren, hielten sie eineinhalb Sätze lang durch… Ein einziges Break reichte, um Juan Lebron aus dem Konzept zu bringen. Das macht den entscheidenden Unterschied. Und vor allem: Die gesamte Padel-Welt weiß es, was seinen Gegnern, die wissen, dass er zu solch einer dramatischen Wende fähig ist, unweigerlich einen Vorteil verschafft.

 Silingos Wagnis… vergeblich 

Auf der Bank versucht Agustín Gómez Silingo eine Schocktaktik.

Ein veränderter Ton, eine schärfere Rhetorik: Das Ziel ist klar, Lebrón aufzurütteln und ihn wieder in Schwung zu bringen.

Doch es erfolgt keine Reaktion.

Im Gegenteil, der Spanier setzte seinen Lauf nach einer mitreißenden Ansprache seines Trainers im dritten Satz fort:

  • ein direktes Foul im Gegenzug
  • dann ein 0:0-Spiel, das Tapia beim Aufschlag abgab.

Das Zeichen ist verheerend: Lebrón lässt es ruhiger angehen. Er ist nicht mehr im Rennen.

 Ein schnelles und bedeutungsvolles Ende 

Das Ende des Spiels spiegelte diesen Wandel wider: rasant, beinahe brutal.

Der Handschlag ist schnell vorbei, und „El Lobo“ verlässt die Rennstrecke, ohne zu warten.

Silingos Blick auf der Bank sprach Bände.

Zwischen Frustration und Zweifeln: Wie bringt man seinen Spieler wieder in die Spur?

Dieses Spiel hinterlässt einen klaren Eindruck:

Juan Lebrón bleibt mental unberechenbar.

Da es in der Lage ist, ein sehr hohes Niveau im Padel zu bieten, dann aber im ersten entscheidenden Moment zusammenbricht, wirft dies ernsthafte Fragen hinsichtlich seiner langfristigen Tragfähigkeit auf.

Für Leo Augsburger könnte die Situation schnell kompliziert werden.

Die Unterstützung dieser Art von Variation über mehrere Turniere hinweg scheint schwierig zu sein.

 Ein Duo, das bereits in Gefahr ist? 

Die ewige Frage stellt sich immer wieder bei neuen Partnerschaften mit LeBron. Und ein Ende ist in absehbarer Zeit unwahrscheinlich, da der Spanier die Bälle perfekt zuspielt.

Dieser Miami P1 wirft daher weitere Fragen auf:

  • Kann Lebrón wieder Stabilität erlangen?
  • Kann die Partnerschaft mit Augsburger Bestand haben?
  • Wird Silingos Arbeit ausreichen?

Eins ist sicher:

In einem Wettkampf, in dem mentale Stärke den Unterschied ausmacht, ist ein solcher Zusammenbruch unverzeihlich.

Franck Binisti

Franck Binisti entdeckte Padel im Club des Pyramides im Jahr 2009 in der Region Paris. Seitdem ist Padel Teil seines Lebens. Man sieht ihn oft auf Tour durch Frankreich, um über große französische Padel-Events zu berichten.